Geldanlage

ETF-Entnahmeplan: monatliche Entnahme in Freystadt

ETF-Entnahmeplan — Finanzberatung für Anleger in Freystadt

Zwanzig Jahre lang ging das Geld in eine Richtung. Jeden Monat ein fester Betrag ins Depot, keine Entscheidung, kein Nachdenken. Dann kommt der Punkt, an dem sich die Richtung umdreht — und plötzlich ist jede Entnahme eine Entscheidung. Das ist der Teil der Vermögensplanung, den die wenigsten vorbereitet haben.

Was eine monatliche Entnahme wirklich ist

Zuerst eine Unterscheidung, die in Gesprächen ständig verrutscht: Eine monatliche Entnahme aus dem eigenen Depot ist keine Rente. Bei einer Rente trägt eine Versicherung das Risiko, dass Sie älter werden als kalkuliert, und zahlt dafür bis zum Lebensende. Bei einer Entnahme aus dem Depot bleibt das Kapital Ihres — und es kann aufgebraucht werden. Beides hat Vor- und Nachteile, aber es sind zwei verschiedene Dinge, und wer sie durcheinanderbringt, plant falsch.

Die monatliche Entnahme aus Ihrem Depot führt zum Verzehr des angelegten Kapitals. Wie lange das Vermögen reicht, hängt von der Entnahmehöhe, der Wertentwicklung und der Entnahmedauer ab.

Die Vier-Prozent-Regel taugt als Einstieg, nicht als Plan

Aus den USA stammt die Faustregel, jährlich vier Prozent des Anfangsvermögens zu entnehmen. Sie ist ein brauchbarer Ausgangspunkt für ein Gespräch und ein schlechter Ersatz für eine Rechnung. Sie beruht auf amerikanischen Marktdaten über einen bestimmten Zeitraum, kennt weder deutsche Kapitalertragsteuer noch Krankenversicherungsbeiträge und unterstellt einen festen Zeithorizont.

Ein Rechenbeispiel macht die Größenordnung greifbar: Bei 300.000 Euro Depotwert und 1.000 Euro monatlicher Entnahme werden im Jahr 12.000 Euro entnommen, also vier Prozent. Ob das Vermögen damit fünfzehn oder dreißig Jahre trägt, entscheidet allein die Wertentwicklung in dieser Zeit — und die kennt niemand im Voraus.

Die Berechnung beruht auf einer angenommenen Rendite und ist ein Rechenbeispiel. Tatsächliche Ergebnisse können deutlich abweichen; Verluste sind möglich.

Das Reihenfolgerisiko ist der eigentliche Gegner

In der Ansparphase ist ein Kurseinbruch fast eine gute Nachricht — die Sparrate kauft mehr Anteile. In der Entnahmephase kehrt sich das um. Wer im dritten Jahr eines Rückgangs Monat für Monat Anteile verkauft, verkauft immer mehr Stücke für denselben Betrag. Das Depot erholt sich später zwar, aber die verkauften Anteile sind nicht mehr dabei.

Zwei Depots mit identischer Durchschnittsrendite über zwanzig Jahre können deshalb völlig unterschiedlich enden — je nachdem, ob die schlechten Jahre am Anfang oder am Ende lagen. Diese Reihenfolge lässt sich nicht steuern. Ihre Wirkung lässt sich abfedern.

Der Puffer ist kein Beiwerk

Genau dafür gibt es in unserer Standardaufteilung einen Anteil im Geldmarktbereich. In der Ansparphase wirkt das wie eine Bremse. In der Entnahmephase ist es der Teil, aus dem in schwachen Marktjahren entnommen wird, damit die Aktienanteile liegen bleiben können. Zwei bis drei Jahresbedarfe sind ein Wert, mit dem sich in der Praxis gut arbeiten lässt.

In Freystadt sitzt eine Reihe von Handwerks- und Familienbetrieben, in denen die Übergabe ansteht. Dort kommt der Vermögensaufbau oft in einem Sprung: Verkaufserlös oder Abfindung, ein größerer Betrag auf einmal, und daraus soll ein regelmäßiger Zufluss werden. Der Fehler, den ich am häufigsten sehe, ist der Wunsch, sofort mit der vollen Entnahme zu starten. Wer stattdessen im ersten Jahr niedriger ansetzt und den Puffer vorher aufbaut, hat später mehr Spielraum — nicht weniger.

Steuern kosten weniger, als viele denken

Verkauft wird nach dem Prinzip: die zuerst gekauften Anteile zuerst. Steuerpflichtig ist dabei nur der Gewinnanteil, nicht der Verkaufserlös. Wer 1.000 Euro entnimmt und darin 300 Euro Kursgewinn stecken, versteuert 300 Euro. Bei Aktienfonds bleiben davon 30 Prozent als Teilfreistellung außen vor, dazu kommt der Sparerpauschbetrag. Die tatsächliche Belastung liegt damit oft deutlich unter dem, was Anleger befürchten.

Wer die Entnahmephase mit einem geförderten Baustein kombinieren will, findet die Regeln dazu unter Altersvorsorgedepot 2027. Die Grundlagen zur Depotstruktur stehen unter ETF-Strategie.

Dieser Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung. Für Ihre persönliche Situation wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater.

Wann die Rechnung gemacht gehört

Nicht im Monat vor der ersten Entnahme. Sinnvoll ist der Zeitpunkt, an dem noch fünf bis sieben Jahre Anlagedauer vor Ihnen liegen — dann lässt sich der Puffer in Ruhe aufbauen, statt ihn im ungünstigsten Moment freizuräumen. Gespräch vereinbaren

May-Finanz · Matthias May — Gesellschafts- & produktunabhängig · seit 2006

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

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