Einen ETF-Sparplan einzurichten dauert heute zehn Minuten. Depot eröffnen, ETF auswählen, Betrag eintragen, fertig. Genau deshalb unterschätzen viele, wie viel in diesen zehn Minuten festgelegt wird. Die ersten Entscheidungen begleiten einen Sparplan oft zwanzig Jahre lang.
Wer mit einem ETF-Sparplan in die Geldanlage einsteigt, sollte vier Fragen klären, bevor die erste Rate abgebucht wird.
Wie hoch die Sparrate sein soll
Die richtige Rate ist die, die Sie auch in einem schlechten Jahr weiterzahlen. Wir sehen regelmäßig Sparpläne, die mit viel Schwung starten und nach dem ersten Autokauf oder der ersten Reparatur am Haus wieder pausiert werden. Das ist kein Drama, aber es kostet Zeit am Markt.
Deshalb kommt vor dem Sparplan der Notgroschen: drei bis sechs Monatsausgaben auf dem Tagesgeld. Erst was darüber hinaus monatlich übrig bleibt, gehört in den Sparplan. Lieber mit 100 Euro anfangen und nach einem Jahr erhöhen als mit 300 Euro starten und nach drei Monaten aussetzen.
Wie viele ETFs es braucht
Weniger, als die meisten denken. In der Praxis sehen wir häufig Depots mit einer guten weltweiten Streuung, zu der nach und nach Themen-ETFs dazugekommen sind: künstliche Intelligenz, Wasserstoff, Cybersecurity. Meist kamen sie über Social Media, einen Zeitungsartikel oder einen Tipp aus dem Bekanntenkreis ins Depot. Jedes Thema klingt für sich überzeugend. Zusammen lenken sie aber vom eigentlichen Plan ab. Die großen Unternehmen dieser Themen stecken oft ohnehin schon im weltweiten ETF, und das Depot wird unruhiger, ohne breiter zu werden.
Für den Einstieg reicht oft ein breit gestreuter ETF oder eine klare Aufteilung aus wenigen Bausteinen. Wichtiger als die Anzahl ist, dass die Aufteilung zu Ihrem Anlagezeitraum passt und dass Sie wissen, warum jeder Baustein im Depot ist. Die Auswahl entscheidet, nicht nur die Kosten.
Was der Sparplan wirklich kostet
Bei ETFs schauen viele zuerst auf die laufenden Kosten des Fonds, die TER. Die ist bei breiten ETFs meist niedrig. Zu den Gesamtkosten gehören aber auch die Depotgebühr, die Kosten für das Verrechnungskonto und die Orderkosten je Ausführung. Gerade bei kleinen Sparraten können feste Gebühren je Ausführung mehr ausmachen als die TER selbst.
Rechnen Sie deshalb die Kosten eines Jahres zusammen und setzen Sie sie ins Verhältnis zu Ihrer jährlichen Sparsumme. Erst dann lassen sich Angebote wirklich vergleichen.
Thesaurierend oder ausschüttend
Ein thesaurierender ETF legt Erträge automatisch wieder an, ein ausschüttender zahlt sie aufs Verrechnungskonto aus. In der Ansparphase ist thesaurierend meist bequemer, weil das Geld ohne Zutun weiterarbeitet. Denken Sie außerdem an den Freistellungsauftrag bei Ihrer Depotbank, damit der Sparerpauschbetrag genutzt wird. Dieser Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung. Für Ihre persönliche Situation wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater.
Die Rate mitwachsen lassen
Ein Sparplan, der zehn Jahre lang mit derselben Rate läuft, verliert real an Gewicht, weil Einkommen und Preise steigen. Eine einfache Gewohnheit hilft: Bei jeder Gehaltserhöhung wird ein Teil davon in den Sparplan umgeleitet, bevor er im Alltag verschwindet. Wer zum Beispiel jedes Jahr 10 oder 20 Euro aufstockt, spürt das im Monat kaum. Über die Jahre macht es aber einen spürbaren Unterschied. Wichtig ist, dass die Erhöhung eine bewusste Entscheidung bleibt und zur Lebenslage passt, etwa vor einer geplanten Elternzeit oder einem Hauskauf.
Der Start ist wichtiger als der Zeitpunkt
„Ich warte noch, bis die Kurse wieder fallen“ ist der Satz, den wir beim Einstieg am häufigsten hören. Der passende Moment lässt sich nicht vorhersagen. Ein Sparplan nimmt Ihnen diese Frage ab: Sie kaufen jeden Monat, in teuren Monaten etwas weniger Anteile, in günstigen etwas mehr. Die Zukunft bleibt offen, deshalb wird überprüft statt vorhergesagt.
Viele Anleger in Hilpoltstein, mit denen wir sprechen, haben genau an dieser Stelle jahrelang gezögert. Rückblickend ärgert sie selten ein schlechter Einstiegszeitpunkt, sondern die Jahre, in denen gar nichts angelegt war.
Wenn der Sparplan läuft
Nach dem Start beginnt die eigentliche Arbeit: einmal im Jahr prüfen, ob die Aufteilung noch stimmt, und die Rate an das Leben anpassen. Wie das konkret aussieht, beschreiben wir im Beitrag ETF-Depot langfristig steuern.
Wer für das Alter spart, sollte zusätzlich das Altersvorsorgedepot kennen, das ab 2027 mit Zulagen gefördert wird. Ein freier ETF-Sparplan und ein gefördertes Depot schließen sich nicht aus, sie haben unterschiedliche Aufgaben: Der eine bleibt verfügbar, der andere ist für den Ruhestand gebunden.
Was es für Sie heißt
Sie sitzen einem Menschen gegenüber, nicht einer App. Sie zahlen keine Bankkonditionen. Jemand schaut regelmäßig drauf, ob Ihre Aufteilung noch passt. Und Sie müssen selbst nichts können: kein Depot einrichten, keine ETFs auswählen, keine Umschichtung ausrechnen. Die ETF-Strategie wird über eine Servicevereinbarung vergütet, nicht über Produktprovisionen.
Mehr zum Thema: Geldanlage mit ETF · Beratung in Hilpoltstein
Ihren ETF-Sparplan gemeinsam aufsetzen
In Hilpoltstein und rund um den Rothsee begleiten wir viele Kunden, vom ersten Sparplan bis zur Entnahme im Ruhestand. Gemeinsam legen wir Rate, Aufteilung und Kosten so fest, dass Ihr Sparplan auch in zehn Jahren noch passt.
Sie wohnen in Hilpoltstein und möchten Ihren Einstieg mit uns besprechen? Wir empfangen Sie in unserem Büro in Postbauer-Heng oder kommen nach Vereinbarung zu Ihnen. Auch ein Videogespräch ist möglich.
May-Finanz · Matthias May — Gesellschafts- & produktunabhängig · seit 2006
Fachlich geprüft von Matthias May · zuletzt aktualisiert am 14.10.2026
Über den Autor: Matthias May ist Inhaber von May-Finanz, gesellschafts- und produktunabhängige Finanzberatung seit 2006 mit Sitz in Postbauer-Heng. Zugelassen als Finanzanlagenvermittler (§ 34f GewO), Versicherungsmakler (§ 34d GewO), Immobiliardarlehensvermittler (§ 34i GewO) und Darlehensvermittler (§ 34c GewO).
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Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt.