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ETF-Kosten: was zur TER noch dazukommt

ETF-Kosten: was zur TER noch dazukommt · May-Finanz

Wer ETFs vergleicht, landet fast immer bei derselben Zahl: der TER, der Gesamtkostenquote. Sie steht in jedem Factsheet und in jeder Vergleichstabelle. Sie zeigt aber nur einen Teil dessen, was Sie tatsächlich bezahlen. In unseren Gesprächen sehen wir regelmäßig Depots, in denen ein sehr günstiger ETF liegt und die Gesamtkosten trotzdem höher sind als nötig.

Was die TER enthält

Die TER fasst die laufenden Kosten des Fonds zusammen, also Verwaltungsgebühr, Verwahrung und Verwaltung. Sie wird nicht separat abgebucht, sondern laufend aus dem Fondsvermögen entnommen. Sie sehen sie deshalb auf keiner Abrechnung. Bei breit gestreuten Aktien-ETFs liegt sie heute meist zwischen 0,1 und 0,3 Prozent im Jahr.

Nicht enthalten sind die Kosten, die beim Kauf und Verkauf der Aktien innerhalb des Fonds entstehen. Auch Erträge, etwa aus der Wertpapierleihe, tauchen in der TER nicht auf.

Die Tracking Difference sagt mehr

Aussagekräftiger ist die Tracking Difference. Sie zeigt, wie weit ein ETF in einem Jahr hinter seinem Index zurückgeblieben ist. Hat der Index 8,0 Prozent erzielt und der ETF 7,8 Prozent, liegt sie bei minus 0,2 Prozentpunkten. Darin stecken alle Kosten im Fonds, aber auch die Erträge, die sie teilweise ausgleichen. Manche ETFs mit höherer TER bilden ihren Index deshalb genauer ab als günstigere Konkurrenten.

Ein einzelnes Jahr sagt dabei wenig. Aussagekräftig ist der Durchschnitt über mehrere Jahre.

Was das Depot kostet

Die zweite Kostenquelle liegt außerhalb des Fonds, beim Depot selbst. In der Werbung kommt sie kaum vor, obwohl sie oft mehr ausmacht als die TER.

Da ist zuerst die Depotgebühr. Manche Anbieter verlangen einen festen Betrag im Jahr, andere einen Prozentsatz vom Depotwert. Bei vielen Banken ist das Depot nur unter Bedingungen kostenlos, etwa mit Gehaltseingang oder einer Mindestzahl an Orders. Dazu kommt das Verrechnungskonto, über das Käufe, Verkäufe und Ausschüttungen laufen. Auch dafür kann eine Kontoführungsgebühr anfallen.

Ein Beispiel: Kostet das Depot 45 Euro im Jahr und liegen darin 10.000 Euro, sind das 0,45 Prozent. Das ist mehr als das Doppelte der TER eines typischen Welt-ETFs. Erst bei größeren Depots fällt ein fester Betrag weniger ins Gewicht.

Dann die Orderkosten. Jeder Kauf und Verkauf kostet, je nach Anbieter eine feste Gebühr, einen Prozentsatz oder beides. Kostet eine Sparplanausführung 1,50 Euro und Sie sparen 500 Euro im Monat, sind das 0,3 Prozent je Kauf. Bei 50 Euro Sparrate wären es 3 Prozent. Viele Anbieter führen Sparpläne inzwischen ohne Gebühr aus. Bei Hausbanken sind Depotgebühren, Ausführungsgebühren und Ausgabeaufschläge dagegen weiter verbreitet.

Zuletzt der Spread, also der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Bei großen ETFs auf bekannte Indizes fällt er kaum ins Gewicht. Bei kleinen Spezial-ETFs oder bei Käufen außerhalb der Haupthandelszeiten kann er deutlich breiter sein.

Wer nur auf die TER schaut, vergleicht also den kleinsten Posten.

Die Kosten, die auf keiner Abrechnung stehen

Teuer wird es oft dort, wo keine Gebühr ausgewiesen ist. Zwei ETFs auf fast denselben Index im Depot bringen keine zusätzliche Streuung, verdoppeln aber Orders und Überblicksaufwand. Wer häufig umschichtet, zahlt jedes Mal Spread und Gebühren und versteuert unter Umständen Gewinne, die sonst weiter angelegt geblieben wären.

Dazu kommen die Kosten einer unpassenden Auswahl. Ob ein ETF 0,12 oder 0,20 Prozent im Jahr kostet, macht bei einem normalen Sparplan über zwanzig Jahre einige hundert Euro aus. Welche Märkte im Depot liegen, entscheidet über ganz andere Beträge. Im Beitrag ETF selbst kaufen oder beraten lassen? haben wir das ausführlicher beschrieben.

Was Beratung kostet

Beratung ist ebenfalls ein Kostenfaktor und gehört in denselben Vergleich. Bei der Bankberatung steckt die Vergütung meist in Ausgabeaufschlägen und höheren laufenden Kosten hauseigener Fonds. Bei uns wird die ETF-Strategie über eine Servicevereinbarung vergütet. Die Höhe legen wir vor jeder Entscheidung offen, zusammen mit den Kosten der ETFs und des Depots. So sehen Sie die Gesamtkosten auf einen Blick und können selbst abwägen, ob Ihnen die laufende Betreuung das wert ist. Wie unsere ETF-Strategien aufgebaut sind, lesen Sie auf der Themenseite.

Geförderte ETF-Sparpläne ab 2027

Ab dem 1. Januar 2027 kommt das Altersvorsorgedepot hinzu, in dem ETFs mit staatlichen Zulagen bespart werden können. Für die Zeit im Ruhestand ist ein Auszahlplan direkt aus dem Depot möglich, ohne Versicherung dazwischen. Auch hier lohnt der Blick auf die Gesamtkosten, denn neben den Fondskosten zählen Depot- und Verwaltungsgebühren des Anbieters, und die Preismodelle unterscheiden sich stark. Eine Zulage, die von hohen Kosten aufgezehrt wird, bringt wenig.

Ihre Depotkosten gemeinsam durchrechnen

Auch in Feucht und Umgebung betreuen wir Kunden. Gemeinsam legen wir Ihre Depotabrechnungen und Factsheets nebeneinander und rechnen aus, was Ihr Depot im Jahr tatsächlich kostet.

Sie wohnen in Feucht und möchten die Kosten Ihres ETF-Depots mit uns besprechen? Wir empfangen Sie in unserem Büro in Postbauer-Heng oder kommen nach Vereinbarung zu Ihnen. Auch ein Videogespräch ist möglich.

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May-Finanz · Matthias May — Gesellschafts- & produktunabhängig · seit 2006

Fachlich geprüft von Matthias May · zuletzt aktualisiert am 07.10.2026

Über den Autor: Matthias May ist Inhaber von May-Finanz, gesellschafts- und produktunabhängige Finanzberatung seit 2006 mit Sitz in Postbauer-Heng. Zugelassen als Finanzanlagenvermittler (§ 34f GewO), Versicherungsmakler (§ 34d GewO), Immobiliardarlehensvermittler (§ 34i GewO) und Darlehensvermittler (§ 34c GewO).

Die genannten Kosten sind Beispielwerte. Die tatsächlichen Kosten hängen von ETF, Anbieter und Sparrate ab und stehen in den jeweiligen Kosteninformationen.

Risikohinweis: Geldanlagen unterliegen Wertschwankungen und können zu Verlusten führen. Wertverluste bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sind möglich. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Die Inhalte dieser Website dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung, keine Kaufempfehlung und keine Rechts- oder Steuerberatung dar.

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

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