Geldanlage

Gold oder Silber? Zwei Metalle, zwei Aufgaben

Gold oder Silber im Vergleich — Beratung für Anleger in Feucht

Beide liegen im selben Regal beim Händler, beide glänzen, beide gelten als krisenfest. Und doch verhalten sie sich so unterschiedlich, dass die Frage „Gold oder Silber“ fast so sinnvoll ist wie „Auto oder Fahrrad“. Es kommt darauf an, wofür.

Der Unterschied, der am meisten Geld kostet

Anlagegold ist von der Umsatzsteuer befreit. Silber ist es nicht. Beim Kauf von Silberbarren im Inland kommen 19 Prozent obendrauf, bei bestimmten Münzen greift die Differenzbesteuerung mit einem niedrigeren effektiven Satz.

Das ist kein Randdetail. Wer für 10.000 Euro Silberbarren kauft, hat rechnerisch sofort einen deutlich schlechteren Ausgangspunkt als jemand, der für denselben Betrag Gold kauft. Der Silberpreis muss diesen Abstand erst wieder aufholen, bevor überhaupt ein Gewinn entsteht.

Bei der Einkommensteuer sind beide gleichgestellt: Nach einem Jahr Haltedauer ist der Veräußerungsgewinn steuerfrei, innerhalb des Jahres gilt die Freigrenze von 1.000 Euro für alle privaten Veräußerungsgeschäfte zusammen. Die Einzelheiten stehen unter Wie wird Gold versteuert?.

Dieser Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung. Für Ihre persönliche Situation wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater.

Warum Silber stärker schwankt

Gold wird überwiegend als Wertaufbewahrung und Schmuck nachgefragt. Silber wird zusätzlich in erheblichem Umfang industriell verbraucht — in Elektronik, Photovoltaik, Medizintechnik. Damit hängt der Silberpreis an der Konjunktur, und zwar in beide Richtungen.

In Aufschwungphasen kann Silber deutlich stärker steigen als Gold. In Abschwüngen fällt es entsprechend tiefer, weil die industrielle Nachfrage wegbricht, während die Anlagenachfrage allein den Preis nicht trägt. Der Silbermarkt ist zudem kleiner, wodurch einzelne Bewegungen stärker durchschlagen.

Wer Silber kauft, kauft also nicht „Gold für Arme“. Er kauft ein Metall mit anderem Antrieb und deutlich größerer Bandbreite.

Der praktische Punkt, den kaum jemand bedenkt

Das Volumen. Für denselben Gegenwert brauchen Sie bei Silber ein Vielfaches an Platz und Gewicht. Was in Gold in eine Hand passt, füllt in Silber eine Kiste, die man nicht mehr allein trägt.

Das klingt nebensächlich, bis es konkret wird. In Gesprächen in Feucht und Umgebung ist mir das mehrfach begegnet: Jemand hat über Jahre Silbermünzen gekauft, und irgendwann passt es nicht mehr in den Tresor, die Hausratversicherung deckt es ohnehin nicht, und ein Bankschließfach in der passenden Größe ist teurer als gedacht. Bei Gold stellt sich diese Frage erst bei erheblich größeren Beträgen.

Wann welches Metall passt

Gold, wenn es um Stabilität im Gesamtvermögen geht. Es ist die ruhigere der beiden Positionen, umsatzsteuerfrei im Einstieg und unproblematisch in der Verwahrung.

Silber, wenn Sie bewusst eine Position mit größerer Bandbreite wollen und die Umsatzsteuer beim Einstieg akzeptieren. Als Beimischung zur Beimischung, nicht als Ersatz.

Platin und Palladium hängen noch stärker an einzelnen Industriezweigen. Sie sind eher Wetten auf bestimmte Entwicklungen als Bausteine einer Vermögensstruktur.

Was Sie vorher klären sollten

Welchen Anteil Edelmetalle insgesamt haben sollen, bevor über die Aufteilung darin gesprochen wird. Ob Sie den Bestand versichert unterbringen können. Und ob Sie die Haltedauer wirklich durchhalten — die Steuerfreiheit nach einem Jahr ist der größte Vorteil dieser Anlageklasse und geht verloren, wenn man ständig umschichtet.

Mehr zur Rolle von Edelmetallen im Gesamtvermögen unter Edelmetalle. Für die geförderte Altersvorsorge spielen sie keine Rolle: Das Altersvorsorgedepot 2027 ist auf Wertpapiere ausgelegt.

Wenn Sie überlegen, Ihren Bestand umzuschichten oder aufzubauen, sehen wir uns vorher die Gesamtaufteilung an. Gespräch vereinbaren

May-Finanz · Matthias May — Gesellschafts- & produktunabhängig · seit 2006

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

Fragen zu Ihrer Geldanlage?

Ein erstes Gespräch ist unverbindlich und kostenfrei.

Gespräch vereinbaren