Geldanlage

Kapitalverzehr: was vom Depot bleibt

Kapitalverzehr im Depot — Beratung in Berg bei Neumarkt

Die Frage klingt nüchtern und ist es nicht. Wie lange reicht das, was ich aufgebaut habe? Dahinter steht keine Rechenaufgabe, sondern die Sorge, im Alter etwas nicht mehr ändern zu können.

Was Kapitalverzehr bedeutet

Ein Depot, aus dem entnommen wird, arbeitet gegen sich selbst. Auf der einen Seite die Wertentwicklung, auf der anderen die monatliche Entnahme. Solange die Entwicklung die Entnahme trägt, bleibt der Bestand erhalten. Übersteigt die Entnahme sie, wird Substanz abgebaut — das ist der Kapitalverzehr.

Beides ist zulässig, und keins von beidem ist besser. Wer mit 67 anfängt und keine Erben bedenken muss, kann bewusst verzehren. Wer den Bestand erhalten will, entnimmt weniger. Die Entscheidung gehört an den Anfang, nicht ans Ende.

Die monatliche Entnahme aus Ihrem Depot führt zum Verzehr des angelegten Kapitals. Wie lange das Vermögen reicht, hängt von der Entnahmehöhe, der Wertentwicklung und der Entnahmedauer ab.

Drei Zahlen, mehr braucht es zunächst nicht

Der Depotwert am Anfang. Die monatliche Entnahme. Die Zahl der Jahre, über die entnommen werden soll.

Ein Rechenbeispiel macht die Größenordnung greifbar: 400.000 Euro Depotwert, 1.500 Euro monatliche Entnahme. Das sind 18.000 Euro im Jahr, also 4,5 Prozent des Anfangsbestands. Ohne jede Wertentwicklung wäre das Depot nach gut 22 Jahren leer. Mit Wertentwicklung trägt es länger — wie viel länger, hängt daran, wie die Jahre laufen.

Die Berechnung beruht auf angenommenen Werten und ist ein Rechenbeispiel. Tatsächliche Ergebnisse können deutlich abweichen; Verluste sind möglich.

Warum die Reihenfolge wichtiger ist als der Durchschnitt

Hier wird es unangenehm. Zwei Depots mit identischer Durchschnittsrendite über zwanzig Jahre können völlig unterschiedlich enden — je nachdem, wann die schlechten Jahre lagen.

Kommen sie am Anfang, verkaufen Sie in der Schwächephase Monat für Monat Anteile. Für denselben Entnahmebetrag gehen immer mehr Stücke weg. Erholt sich der Markt später, sind diese Stücke nicht mehr dabei. Kommen die schlechten Jahre dagegen am Ende, ist das Depot bereits gewachsen und trägt den Rückgang leichter.

Diese Reihenfolge lässt sich nicht steuern. Ihre Wirkung lässt sich abfedern.

Der Puffer ist die eigentliche Antwort

Zwei bis drei Jahresbedarfe in einem nicht schwankenden Teil. Aus diesem Teil wird entnommen, wenn die Märkte schwach sind, damit die Aktienanteile liegen bleiben können. Er kostet Rendite und ist trotzdem der Baustein, der über die Laufzeit entscheidet.

Bei 1.500 Euro monatlicher Entnahme wären das rund 36.000 bis 54.000 Euro. Das klingt nach viel ungenutztem Geld. Es ist der Grund, warum Sie im dritten schwachen Jahr nicht verkaufen müssen.

Was ich in Berg bei Neumarkt regelmäßig sehe

Der häufigste Fehler ist nicht die falsche Entnahmehöhe. Es ist, dass gar nicht gerechnet wurde. Jemand geht in den Ruhestand, entnimmt nach Gefühl, und nach vier Jahren fällt auf, dass es schneller geht als gedacht.

Der zweite Fehler ist der umgekehrte: aus Vorsicht viel zu wenig entnehmen und mit achtzig auf einem Bestand sitzen, den man nicht mehr braucht. Auch das ist eine verpasste Gelegenheit, nur eine leisere.

Und ein dritter Punkt, der in der Region oft dazukommt: Bei Betriebsübergaben fließt eine größere Summe auf einmal. Dann steht der Wunsch im Raum, sofort mit der vollen Entnahme zu starten. Wer im ersten Jahr niedriger ansetzt und den Puffer vorher aufbaut, hat später mehr Spielraum, nicht weniger.

Was die Steuer davon nimmt

Weniger, als die meisten befürchten. Steuerpflichtig ist nur der Gewinnanteil der verkauften Stücke, nicht der Verkaufserlös. Verkauft wird nach dem Prinzip, dass die zuerst gekauften Anteile zuerst gehen. Bei Aktienfonds bleiben 30 Prozent als Teilfreistellung außen vor, dazu kommt der Sparerpauschbetrag.

Dieser Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung. Für Ihre persönliche Situation wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater.

Die Grundlagen zur Depotstruktur stehen unter ETF-Strategie, der ausführliche Beitrag zur Entnahme unter ETF-Entnahmeplan. Wer zusätzlich den geförderten Weg nutzt, findet die Regeln unter Altersvorsorgedepot 2027.

Wann die Rechnung gehört gemacht

Nicht im Monat vor der ersten Entnahme. Sinnvoll ist der Zeitpunkt, an dem noch fünf bis sieben Jahre Anlagedauer vor Ihnen liegen — dann lässt sich der Puffer in Ruhe aufbauen, statt ihn im ungünstigsten Moment freizuräumen.

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May-Finanz · Matthias May — Gesellschafts- & produktunabhängig · seit 2006

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

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