Die Antwort, die man am häufigsten liest, lautet zehn Prozent. Sie ist nicht falsch, aber sie ist auch nicht richtig — weil sie eine Zahl nennt, ohne die Frage dahinter zu klären: zehn Prozent wovon, und wofür?
Was Gold leistet und was nicht
Gold zahlt keine Zinsen und keine Dividenden. Ein Unternehmen erwirtschaftet Gewinne, eine Anleihe zahlt Kupons, eine vermietete Immobilie bringt Miete. Ein Goldbarren liegt und liegt. Sein gesamter Ertrag besteht darin, dass jemand später mehr dafür bezahlt.
Daraus folgt: Gold ist kein Baustein für Vermögensaufbau. Es ist ein Baustein für Stabilität im Gesamtvermögen. Es bewegt sich häufig anders als Aktien, und genau darin liegt sein Nutzen — nicht in einer erwarteten Rendite.
Wer das umdreht und Gold kauft, weil er auf einen steigenden Preis setzt, betreibt etwas anderes, als er glaubt.
Woran sich der Anteil bemisst
Nicht an einer Faustregel, sondern an drei Fragen.
Wie groß ist das Gesamtvermögen? Bei 30.000 Euro Ersparnissen sind zehn Prozent 3.000 Euro — eine überschaubare Position, die kaum etwas stabilisiert, aber Aufwand macht. Bei 300.000 Euro sieht das anders aus.
Was ist sonst noch da? Wer eine abbezahlte Immobilie besitzt, hat bereits einen erheblichen Sachwertanteil. Ein zusätzlicher hoher Goldanteil verschiebt die Struktur dann stärker, als beabsichtigt.
Wie lange soll es liegen? Die Steuerfreiheit nach einem Jahr Haltedauer ist der größte Vorteil dieser Anlageklasse. Wer alle acht Monate umschichtet, verschenkt genau diesen Vorteil.
In der Praxis lande ich bei den meisten zwischen fünf und zehn Prozent des liquiden Vermögens. Nicht als Dogma, sondern weil darunter der Effekt kaum spürbar ist und darüber zu viel Kapital ohne laufenden Ertrag gebunden wird.
Der Fall, der mir am häufigsten begegnet
In Gesprächen in Hilpoltstein und Umgebung ist es selten die Frage, ob überhaupt Gold gekauft werden soll. Es ist die Frage, was mit dem geschieht, was schon da ist.
Jemand hat über fünfzehn Jahre gekauft, mal eine Münze zum Geburtstag, mal einen Barren nach einem guten Jahr. Zusammengezählt sind es plötzlich vierzig Prozent des liquiden Vermögens. Das war nie so geplant, es ist einfach gewachsen.
Dann stellt sich eine unangenehme Frage: Verkaufen, um die Struktur wieder auszubalancieren? Die Antwort hängt an der Haltedauer der einzelnen Stücke, an der Freigrenze von 1.000 Euro und daran, ob überhaupt ein Gewinn realisiert würde. Die steuerlichen Regeln stehen unter Wie wird Gold versteuert?.
Dieser Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung. Für Ihre persönliche Situation wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater.
Physisch oder über das Depot
Physisches Metall gehört Ihnen, kostet aber Verwahrung und Versicherung. Wertpapiere auf den Goldpreis sind bequemer, sind aber je nach Ausgestaltung Schuldverschreibungen — Sie halten dann einen Anspruch, kein Metall. Der Unterschied steht unter Gold-ETC ist kein Sondervermögen.
Wer größere Bestände hält, kommt zur Frage der Lagerung. Dazu haben wir Zollfreilager Schweiz geschrieben.
Was Sie prüfen sollten
Rechnen Sie einmal zusammen, was tatsächlich da ist — Münzen, Barren, Wertpapiere auf Edelmetalle, alles. Setzen Sie es ins Verhältnis zum liquiden Vermögen ohne Immobilie. Und prüfen Sie, ob die Versicherung den Bestand deckt.
Für die geförderte Altersvorsorge spielt Gold keine Rolle: Das Altersvorsorgedepot 2027 ist auf Wertpapiere ausgelegt. Der Überblick zur Rolle im Gesamtvermögen steht unter Edelmetalle.
Wenn Sie wissen wollen, wo Ihr Anteil tatsächlich liegt, rechnen wir das gemeinsam durch. Gespräch vereinbaren
May-Finanz · Matthias May — Gesellschafts- & produktunabhängig · seit 2006
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt.