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Die Zinsen steigen wieder: Was das für Anleihen und Rentenfonds heißt

Die Zinsen steigen wieder: Was das für Anleihen und Rentenfonds heißt · May-Finanz

Nach einem Jahr Stillstand hat die Europäische Zentralbank die Leitzinsen wieder angehoben, am 11. Juni und am 10. September 2026 um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Der Einlagensatz liegt seit dem 16. September bei 2,50 Prozent. Als Grund nennt die EZB den Preisdruck: Die Inflation im Euroraum stieg im August auf 3,3 Prozent. Auch die US-Notenbank hat im September erstmals seit Juli 2023 wieder erhöht.

Für Sparer auf dem Tagesgeldkonto klingt das nach einer guten Nachricht. Wer Anleihen oder Rentenfonds im Depot hat, sieht dagegen oft rote Zahlen.

Warum steigende Zinsen bestehende Anleihen verbilligen

Eine Anleihe zahlt einen festen Zins bis zur Fälligkeit. Nehmen wir eine Bundesanleihe, die vor einigen Jahren mit 2 Prozent Kupon ausgegeben wurde. Werden neue Anleihen mit gleicher Restlaufzeit heute mit rund 3 Prozent verzinst, will niemand die alte Anleihe zum vollen Preis kaufen. Ihr Kurs sinkt so weit, bis sie für einen Käufer dieselbe Rendite bringt wie eine neue.

Je länger die Restlaufzeit, desto stärker fällt dieser Kursrückgang aus. Die Kennzahl dafür heißt Duration. Als Faustregel gilt: Steigt das Zinsniveau um einen Prozentpunkt, fällt der Kurs ungefähr um die Duration in Prozent. Ein Rentenfonds mit einer Duration von 7 verliert bei einem Zinsanstieg um 0,5 Prozentpunkte also grob 3,5 Prozent. Ein Fonds mit kurzlaufenden Anleihen und einer Duration von 2 verliert im selben Fall etwa 1 Prozent.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist 2026 über 3 Prozent gestiegen. Für länger laufende Anleihen war das Jahr deshalb bisher unangenehm.

Einzelanleihe oder Rentenfonds: ein wichtiger Unterschied

Wer eine einzelne Anleihe bis zur Fälligkeit hält, bekommt am Ende den Nennwert zurück, sofern der Schuldner zahlt. Der zwischenzeitliche Kursverlust ist dann nur eine Zwischenstation.

Ein Rentenfonds oder Anleihen-ETF hat dagegen kein Enddatum. Er verkauft auslaufende Anleihen und kauft neue. Das hat zwei Seiten. Der Kursverlust bleibt im Fondspreis stehen und wird nicht durch eine Rückzahlung zum Nennwert ausgeglichen. Gleichzeitig legt der Fonds frei werdendes Geld zu den höheren Zinsen neu an, seine laufenden Erträge steigen also. Als grobe Faustregel holt ein Rentenfonds einen Zinsanstieg über höhere Erträge in etwa so vielen Jahren wieder auf, wie seine Duration beträgt, sofern die Zinsen danach stabil bleiben.

Wer von steigenden Zinsen profitiert

Geld, das kurzfristig angelegt ist, bekommt höhere Zinsen am schnellsten zu spüren. Tagesgeld, Festgeld und Geldmarktfonds passen ihre Verzinsung mit wenig Verzögerung an. Neue Anleihen werfen höhere Kupons ab als noch vor einem Jahr.

Wichtig bleibt der Blick auf die Inflation. Liegt die Teuerung wie im August bei 3,3 Prozent und bringt eine Anlage nach Steuern weniger, verliert das Geld trotz steigender Zinsen an Kaufkraft.

Was Sie in Ihrem Depot prüfen können

Zuerst die Duration Ihrer Rentenfonds und Anleihen-ETFs. Sie steht im Factsheet des Anbieters und zeigt, wie empfindlich der Fonds auf weitere Zinsschritte reagiert. Dann den Zeitpunkt, zu dem Sie das Geld brauchen. Wer in zwei Jahren eine größere Ausgabe plant, trägt mit einem langlaufenden Rentenfonds ein anderes Risiko als jemand mit zehn Jahren Horizont. Und schließlich die Rolle der Anleihen im Gesamtdepot: Sollen sie Schwankungen der Aktien abfedern, oder sollen sie laufende Erträge bringen?

Ob die EZB weiter erhöht, lässt sie offen. Die nächste Zinsentscheidung steht am 29. Oktober an. Eine Aufteilung, die nur mit einer bestimmten Zinsprognose funktioniert, ist deshalb keine stabile Aufteilung. Wie Streuung ein Depot ausgleichen kann, zeigt der Beitrag Geldanlage mit Stabilität. Wie die Lage im Herbst 2025 aussah, als die US-Notenbank noch senkte, lesen Sie hier.

Mehr zum Altersvorsorgedepot 2027

Auch im Altersvorsorgedepot ab 2027 spielen Anleihen eine Rolle. Das Standarddepot schichtet das Kapital in den Jahren vor Rentenbeginn schrittweise in einen vorsichtigeren Fonds um, sofern Sie nichts anderes festlegen. Wie empfindlich dieser Fonds auf Zinsänderungen reagiert, lohnt sich später anzusehen. Einen Überblick finden Sie auf unserer Seite Altersvorsorgedepot 2027.

Ihre Anleihen und Fonds gemeinsam prüfen

Unser Kundenkreis erstreckt sich über die ganze Region, auch nach Berg bei Neumarkt. Gemeinsam prüfen wir, wie empfindlich Ihre Anleihen und Rentenfonds auf weitere Zinsschritte reagieren.

Sie wohnen in Berg bei Neumarkt und möchten Ihre Anleihen und Rentenfonds mit uns besprechen? Wir empfangen Sie in unserem Büro in Postbauer-Heng oder kommen nach Vereinbarung zu Ihnen. Auch ein Videogespräch ist möglich.

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May-Finanz · Matthias May — Gesellschafts- & produktunabhängig · seit 2006

Fachlich geprüft von Matthias May · zuletzt aktualisiert am 23.09.2026

Über den Autor: Matthias May ist Inhaber von May-Finanz, gesellschafts- und produktunabhängige Finanzberatung seit 2006 mit Sitz in Postbauer-Heng. Zugelassen als Finanzanlagenvermittler (§ 34f GewO), Versicherungsmakler (§ 34d GewO), Immobiliardarlehensvermittler (§ 34i GewO) und Darlehensvermittler (§ 34c GewO).

Quellen: Europäische Zentralbank, geldpolitische Beschlüsse vom 11.06.2026 und 10.09.2026 · biallo, EZB-Leitzins (Inflation Euroraum August 2026), September 2026 · LBBW, EZB-Zinsentscheid mit Sitzungsterminen 2026, 18.09.2026 · Bundesministerium der Finanzen, FAQ zur Reform der privaten Altersvorsorge, 05.05.2026 · Stand der Angaben: 23.09.2026

Risikohinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageempfehlung. Die Faustregeln zur Duration sind Näherungen. Der Wert von Anleihen, Rentenfonds, ETFs und Investmentfonds kann schwanken, Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sind möglich, bei Anleihen auch durch Zahlungsausfall des Schuldners. Vergangene Entwicklungen sind kein verlässlicher Hinweis auf künftige Ergebnisse.

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

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