In der Ansparphase ist die Frage einfach: wie viel. Im Ruhestand wird eine andere wichtig, an die vorher kaum jemand denkt: in welchen Stücken.
Warum Edelmetall im Ruhestand eine andere Rolle spielt
Gold zahlt keine Zinsen und keine Dividenden. In der Ansparphase ist das verschmerzbar, weil der Bestand ohnehin liegen bleibt. Im Ruhestand, wenn aus Vermögen laufender Zufluss werden soll, wird es zum Thema — ein Metallbestand liefert nichts, solange man ihn nicht verkauft.
Daraus folgt nicht, dass Edelmetall im Ruhestand fehl am Platz wäre. Es folgt nur, dass es eine andere Aufgabe hat als das Depot. Es ist der Teil, der nicht mitschwankt, wenn die Aktienmärkte schwach sind — und damit die Reserve, aus der man nicht entnehmen muss, aber entnehmen kann.
Der Punkt, den fast alle übersehen
Die Stückelung.
Wer über zwanzig Jahre gesammelt hat, hat im günstigen Fall viele kleine Einheiten — Unzenmünzen, Zehntelunzen, kleine Barren. Im ungünstigen Fall liegt der Bestand in wenigen großen Stücken, weil die im Kauf günstiger waren.
Beim Verkauf dreht sich dieser Vorteil um. Einen Kilobarren kann man nicht zur Hälfte verkaufen. Wer 3.000 Euro braucht, muss dann ein Stück von 80.000 Euro abgeben und den Rest wieder anlegen — mit allen Kosten und dem Zeitpunkt, den man sich nicht ausgesucht hat.
Der Aufschlag beim Kauf kleiner Einheiten ist höher, das stimmt. Wer aber weiß, dass er in fünfzehn Jahren in Tranchen verkaufen will, zahlt diesen Aufschlag bewusst. Es ist der Preis dafür, später überhaupt eine Wahl zu haben.
Was die Jahresfrist damit zu tun hat
Nach einem Jahr Haltedauer ist der Gewinn aus physischem Edelmetall steuerfrei. Innerhalb des Jahres greift die Freigrenze von 1.000 Euro für alle privaten Veräußerungsgeschäfte zusammen — eine Grenze, kein Freibetrag.
Für die Ruhestandsplanung heißt das: Ein Bestand, der über Jahre aufgebaut wurde, ist beim Verkauf durchgängig steuerfrei. Das macht Edelmetall zu einem ungewöhnlich unkomplizierten Baustein für Teilentnahmen — anders als ein Wertpapierdepot, bei dem jeder Verkauf eine Steuerrechnung auslöst.
Die Einzelheiten stehen unter Wie wird Gold versteuert?.
Dieser Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung. Für Ihre persönliche Situation wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater.
Was mir in Roth und Umgebung begegnet
Meist ein Bestand, der nie geplant war. Über Jahre gewachsen, mal eine Münze zum Geburtstag, mal ein Barren nach einem guten Jahr. Und dann die Frage, was damit im Ruhestand geschehen soll.
Zwei Dinge fallen dabei regelmäßig auf. Der Bestand ist größer, als die Leute selbst dachten, wenn man ihn zusammenrechnet. Und niemand hat je notiert, wann welches Stück gekauft wurde. Das ist beim Verkauf kein Problem, solange alles älter als ein Jahr ist — es wird eines im Erbfall, wenn Angehörige weder Belege noch Übersicht haben.
Ein Zettel im Etui mit Datum und Preis kostet nichts und erspart später viel.
Was zu klären ist, bevor der Ruhestand beginnt
Wie hoch der Anteil am liquiden Vermögen tatsächlich ist. Ob die Stückelung zu geplanten Teilverkäufen passt. Wie und wo der Bestand verwahrt ist und ob die Versicherung ihn deckt. Und wer im Erbfall Zugriff hat.
Mehr zur Rolle im Gesamtvermögen unter Edelmetalle, zur Größenordnung unter Wie viel Gold gehört ins Depot?, zur Verwahrung unter Zollfreilager Schweiz.
Für die geförderte Altersvorsorge spielt Edelmetall keine Rolle: Das Altersvorsorgedepot 2027 ist auf Wertpapiere ausgelegt.
Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Bestand zu dem passt, was Sie im Ruhestand vorhaben, sehen wir uns das gemeinsam an. Gespräch vereinbaren
May-Finanz · Matthias May — Gesellschafts- & produktunabhängig · seit 2006
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt.